Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz - Betrug an Familien




Platz #158 in Erziehung & Kinder, #9896 insgesamt
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Das Desinteresse der Politik an Kindern

Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz - Betrug an Familien
Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz - Betrug an Familien

"Politisch besteht immer noch – trotz immer wieder veröffentlichter Dementis – kein großes Interesse daran, Frauen die Verbindung von Mutterschaft und Berufstätigkeit zu erleichtern. Frauenverbänden und einem kleinen, ab und zu nörgelnden Bereich der Öffentlichkeit wird als Beleg für politisches Interesse die Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Hortplatz präsentiert. Gelder für einen konsequenten Ausbau von Kindertagesstätten werden jedoch nur unzureichend bereit gestellt. Stattdessen wird auf die vielen Frauen verwiesen, denen der Spagat ja zu gelingen scheint. Aber welche Frauen sind dies denn? Ich erinnere mich noch gut an ein Interview, in dem eine Redakteurin äußerte, dass sie ihre Kinder mit in die Redaktionssitzung bringen dürfe, das sei gar kein Problem. Erst hinterher erfuhr ich, dass sie mit dem Chefredakteur verheiratet war. Ja, wenn der Chef selbst der Vater der Kinder ist, dann sorgt er sich natürlich sowohl um deren Betreuung als auch um das berufliche Fortkommen der Mutter. Andere Frauen haben Mütter oder Schwiegermütter, die sich während ihrer Arbeitszeit um die Kinder kümmern, dritte haben Geld, um eine Kinderfrau zu bezahlen oder werden durch einen anderen glücklichen Umstand begünstigt. Was aber machen Mütter, wenn sie dies alles nicht haben oder können?"

Wie unsere Gesellschaft Armut provoziert

Hartz IV und Co.: Wie unsere Gesellschaft Armut provoziert -: und wie Betroffene ihre Würde bewahren

Hartz IV und Co.: Wie unsere Gesellschaft Armut provoziert -: und wie Betroffene ihre Würde bewahren

von: Books on Demand, Britta Kanacher
Amazon Preis: EUR 9,90 (vom 22. October 2013)



Das "Ja" zu Kindern ist zum Armutsrisiko geworden

Bevor Sie sich mit berufstätigen Familienfrauen vergleichen, sollten Sie daher fragen, welche Umstände es den anderen Frauen erlauben, erfolgreich zu sein, ihnen aber nicht. Suchen Sie keinen Schuldigen. Es geht bei der möglichst objektiven, realistischen Beurteilung des eigenen Lebens nicht um Schuld! Es geht darum, möglichst wertfrei zu sehen, wie das Leben ist. In unserer Gesellschaft ist es eben so, dass die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit für manche Frauen einfacher ist als für andere! Verurteilungen von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen helfen ebenso wenig weiter wie Selbstverurteilung. Ich habe für mich erkannt: Die Umstände, in denen ich heute lebe und die mich abhängig von Hartz IV machen, sind das Ergebnis vieler Puzzleteile. Mein Ja zu eigenen Kindern ist eines dieser Puzzle-Teile. Heute kann ich, wenn jemand anmerkt: „Und dafür hast du also studiert?!“ selbstbewusst entgegnen: „Nein, dafür habe ich vier Kinder!“ Denn die Hintergründe meiner Entscheidung für Kinder und ihre Folgen sind weitere Teile, doch bei weitem nicht die einzigen! Bevor jedoch auf andere Aspekte eingegangen wird, soll noch kurz erläutert werden, warum das politische Interesse an einer Begünstigung der Berufstätigkeit von Frauen mit Kindern so gering ist.
Zitiert nach dem Kapitel: "Gesellschaftliche Fehlleitungen entlarven und überwinden", Unterkapitel: "Die wenigsten sind selbst schuld", aus dem Buch von Britta Kanacher: Hartz IV und Co.: Wie unsere Gesellschaft Armut provoziert – und wie Betroffene ihre Würde bewahren können.




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