Ringsum ein herrliches Orchideenparadies




Platz #29 in Selbermachen & Hobbys, #11520 insgesamt
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Ringsum ein herrliches Orchideenparadies

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Aus meinem verbotenen Orchideefanromankapitel :

“ DER SÜNDENFALL IM  ORCHIDEENPARADIES“

I.Teil: Mein Orchideenstreit mit dem Direktor
II.Teil: Unser Orchideenreise mit Hindernissen.
III. Teil: Endlich im Orchideenpardies
IV.Teil:  Ich machte mich zum Affen im Orchideenparadies
V. Teil: Die schneeweisse Orchideenrarität
VI. Teil: Ringsum ein herrliches Orchideenparadies
VII. Teil: Der Sündenfall im Orchideenparadies
VIII. Teil:  Die Natur-Schande
 


Endlich strahlte die Sonne wieder. Mir kam es wie eine Ewigkeit, als es endlich weiter ging. Unverhofft stand wie vor einer langen Felsen wand. An ihrem Fuß versuchte ich weiter zu kommen. Dreibrot suchte weit unten einen Weg. Ehe ich mich versah, war ich mitten in einem Dickicht von Weißdornen, Heckenrosen und Robinien. Ich wollte Dreibrot nicht verlieren und kämpfte mich da durch. Die Dornenzweige peitschten mir blutige Striemen ins Gesicht und an Arme und Beine. Nirgendswo ein Durchkommen. Fast eine Stunde irrte ich darinnen herum. Zuletzt musste ich noch durch ein Schlehengestrüpp. Dann hatte endlich mein Spießrutenlauf ein Ende. Durchschwitzt und erschöpft erreichte ich eine Wiese, wo ich mich ins Gras warf. Sofort die Bierflasche angesetzt. Mit einem Schluck war diese leer. Jetzt erst sah ich die vielen, fast einen Meter hohen Purpurknabenkräuter, diese rötlich blühende Orchidee gibt es bei uns noch zu Hunderten. Etwas weiter unten, schlängelte sich ein bequemer Wanderweg aufwärts durch das Wiesengelände. Auf diesem wanderte ich weiter. Schon sah ich Dreibrot, der im Schatten eines Kastanienbaumes auf einer Bank saß und mit seinem Taschentuch sich den Schweiss von der Stirne wischte: "Das ist ja schlimmer als eine Urwaldexpedition. Die reinste Sklavenarbeit diese Orchideensucherei! Keine zehn Pferde bringen mich hier weiter. Einen Durst habe ich wie zehn Tage Wüstensand!"
Wie ich ihm eine Bierflasche reichte, blickte er mich besorgt an:" Mensch, Fritze wie siehst denn du aus? Du bist ja überall voller blutigen Striemen. Du warst wohl am Marterpfahl?"
"Nein, ich habe einen Spießrutenlauf hinter mir. Dreii du und dein Schreibtisch mit der Quasselstrippe bist nicht Gutes gewöhnt. Was ein richtiger Orchideenfan ist, dem machen so ein paar Kratzer nichts aus!"
Langsam lief ich weiter. Um Dreibrot auf die Beine zu bringen, nahm ich ihm auf die Schippe:" Dreii hier ist alles voller Orchideen, zehn, zwanzig ,nein, noch vielmehr sind hier!"
Schnell wie ein Reh, war Dreibrot wieder auf den Beinen und eilte herbei:" Wo sind denn die? Ich sehe keine!"
"Du musst mal deine Brille putzen!"
Ich lachte mir eins ins Fäustchen, als Dreibrot wirklich seine Brille putzte. Verzweifelt rief er:" Bin ich denn blind?"
"Ist doch normal, so mancher Staatsfunktionär ist bei uns betriebsblind!" frotzelte ich vom vielen Bier angeheitert.
Nun eilte ich davon. Jedoch Dreibrot kam mit rotem Gesicht wie eine Lokomotive angeschnauft. Vorsichtshalber rannte ich in die Wiese abwärts und rief: "April! April! Der macht es wie er will. Ich muss gestehen, nicht eine Orchideen ist zu sehen!"
Vor lauter Blödelei hatte ich nicht gemerkt, dass ich mitten in einer Orchideenwiese stand, umgeben von unzähligen weißen Walzen mit vielen winzigen Blüten. Die Walzenspitze, wie eine Kerze mit purpurschwarzen Knospen. Deswegen wird diese Orchidee Brandknabenkraut genannt.
Schon kam Dreibrot wütend angeschnauft und donnerte los: "Mein lieber Freund und Kupferstecher, du hast wohl zu viel Bier gesoffen. Diesen Orchideenzirkus mache ich nicht mehr mit, den habe ich auf Arbeit genug!"
"Mensch Drei, du bist wirklich blind! Du bist wie der Elefant im Orchideenladen!"
Auf einmal verneigte er sich vor mir:" Hochwürden, ich bitte tausend mal um Entschuldigung."
Verrückter als ein Yogi kniete, verrenkte er sich mit seinem Fotoapparat in der Hand, um ja keine Orchidee zu zertreten. Wieder begeisterte er sich:" Ach, ist das ein schöner Anblick, da lacht das Orchideenherz einem im Leibe, Das ist der Lohn für all die vielen Strapazen, die man im Kauf nehmen muss. Eine Orchideenblüte braucht doch nicht so groß zu sein, wie die einer tropischen Cattleya. Für unsere Einheimischen braucht man oft ein geübtes Auge und etwas Fantasie in winzigen Details all die Farbenspiele, Formen und Zeichnungen. Sieht denn eine Bienenragwurzblüte nicht exotisch aus, der braune Insekten-Körper mit drei rubinroten Flügeln und einen gelben Wappenmahl und ist nicht größer als ein Daumennagel. Unsere prächtigen goldgelben Frauenschuhblüten sind genauso attraktiv, wie die der tropischen Venusschuhe."
Während Dreibrot über die Schönheiten der Orchideen schwelgend philosophierte, wanderte ich weiter. Schon bei der nächsten Wegbiegung war ich im Orchideenparadies. Ich staunte, überall standen rosafarbene, hellrosane, weiße und rot leuchtende Blütenbälle, dazwischen die weißen Blütenkerzen mit den purpurschwarzen Knospenspitzen und die hohen Blütenpyramiden des Purpurknabenkrautes. Auf Zehenspitzen wie im Ballett, tanzte ich dazwischen umher, um keiner Orchidee ein Härchen, nein, ein Blütchen zu krümmen. Denn diese drängten sich hier, wohin ich auch guckte, zu Hunderten, zu Tausenden, dicht an dicht. Der Orchideenpapst hatte in seinem Artikel mit den Bastardschwärmen wirklich nicht übertrieben.

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