Unsere Orchideenreise mit Hindernissen




Platz #68 in Selbermachen & Hobbys, #8563 insgesamt
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Unsere Orchideenreise mit Hindernissen

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 Aus meinem verbotenen Orchideefanromankapitel :

“ DER SÜNDENFALL IM  ORCHIDEENPARADIES“

I.Teil: Mein Orchideenstreit mit dem Direktor
II.Teil: Unser Orchideenreise mit Hindernissen.
III. Teil: Endlich im Orchideenpardies
IV.Teil:  Ich machte mich zum Affen im Orchideenparadies
V. Teil: Die schneeweisse Orchideenrarität
VI. Teil: Ringsum ein herrliches Orchideenparadies
VII. Teil: Der Sündenfall im Orchideenparadies
VIII. Teil:  Die Natur-Schande
 

Als ich mit freudig strahlendem Gesicht Dreibrots Direktionsbereich betrat, kanzelte er mich ganz schön ab:" Du wagst es noch mir unter die Augen zu treten. Meine lieben Genossen wollten mir am liebsten ein Parteiverfahren an den Hals hängen, weil ich unerlaubter Weise Kontakte beim Klassenfeind, einer öffentlichen westdeutschen Universität suchte, nur wegen diesen blöden Orchideen. Da hast du mir vielleicht was eingebrockt. Zum Glück fiel mir eine Ausrede ein, es gibt eine Orchideenart, ähnlich wie die Vanille, welche die Biergärung veredelt und verkürzt, ja eine ganze neue, feine Geschmackrichtung bewirkt."
Ich konnte mir nicht verkneifen, darüber zu witzeln:" So geht das auch nicht. Du hast wohl noch nichts von Abgrenzung gehört. Schließlich wachsen bei uns nur sozialistische Orchideen und drüben kapitalistische. Das ist eine wichtige Standpunktfrage. Hast du denn noch nicht gemerkt, dass in unserem Arbeiterstaat, selbst das Purpurknabenkraut viel, viel roter blüht!"
Ich hörte Dreibrots Zähne vor Wut knirschen. Schnell hielt ich ihm die *Orchideen- Bastardschwärme* vom Orchideenpapst vor die Nase.
Schon geriet er in überschwängliche Euphorie:" Mein Guter, mein Bester, wie kann ich das wieder gut machen. Unglaublich, dass es solche Riesenvorkommen bei uns noch gibt. Wie lange noch, dann wird auch das noch wegrationalisiert. Also nichts wie hin. Das mit dem Orchideenpapst, warum ist mir das nicht selber eingefallen. Da steckt man bis zum Hals in der Produktionsvorschriften- Bürokratie und organisiert sich noch zusätzlich einen Orchideenpapierkrieg. Nein, nein, meine Barbara lacht sich tot, wenn ich der das erzähle.
Nun mussten wir wieder ein Qualifizierungsgespräch ansetzen, was mein mitarbeitender Meister, der sich hinterm Schreibtisch nicht wohl fühlt, daher mit zupackte, oft auf die Palme brachte. Dauernd wollte er wissen: "Was ist das für eine Qualifizierung? Sesselfurzer haben wir schon genug!"
Dann glaubte er wieder, ich wolle seinen Posten haben und spielte verrückt. Wenn er gewusst hätte, dass wir fast nur über Orchideen fachsimpelten, sicher wäre er bei der Verschwendung von produktionswichtiger Arbeitszeit ausgerastet.
Je näher unsere grosse Orchideenexpeditionstag rückte, desto aufgeregter wurde ich. Ebenso erging es Dreibrot, dauernd bangte er: "Hoffentlich blühen die Orchideen schon. Hoffentlich regnet es nicht am Sonntag. Hoffentlich passiert meinem Trabi nichts".
Beinah wäre, was Wichtiges schief gelaufen. Vor Aufregung vergaßen wir, uns beizeiten genügend ORWO- Color- Diafilme zu besorgen. Diese farbkräftigen, chromhaltigen waren seinerzeit eine grosse Rarität. Die gab es nur unterm Ladentisch. Da musste Dreibrot schon einen Kasten Pilsner Bier springen lassen.

Endlich war es Sonntag. Wie man so sagt, da bin ich schon vorm Munterwerden aufgestanden. Selbst Direktor Dreibrot hatte es übereilig, fast eine halbe Stunde zu früh klingelte er, schon vor fünf Uhr.
Überschwänglich begrüßte er mich:" Einen wunderschönenGuten Morgen, wünsche ich dem gnädigen Herrn. Darf ich meinen Fridolin vorstellen!"
Als ich mich suchend umguckte, zeigte er schallend lachend auf seinen grünen Trabi: "Mein Riesenlaubfrosch ist dochwirklich nicht zu übersehen. Aber nun ab in die Prärie!"
Als sich wenig später der Himmel schwarzgrau bewölkte, wurde Dreibrot hinter seinem Lenkrad nervös und raste mit neunzig Sachen über die Landstrasse, dabei viele Schlaglöcher ausweichend. Als dann die ersten Tropfen fielen, jammerte er: "An alles haben wir gedacht, nur nicht an einen Regenschirm. Das kann ja heiter werden!"
Als sich die Wolken auflockerten und amHorizont eine Bergkette zu sehen war, fuhr er langsamer. Kurz vor unserem Ziel, stand ein Umleitungsschild. Die Zufahrt nach Steinroda war gesperrt. Wir sahen schon unten zwischen steilen Berghängen, Steinroda liegen von einem roströtlichfarbnen Fluss durchschlängelt, über den eine Holzbrückeführte. Wir entschlossen uns, anstelle langer Umwege weiter zu fahren. Dabei wunderten wir uns über den guten
Straßenzustand. Nicht ein einziges Schlagloch war zu sehen. Doch dann lagen Bäume auf der Strasse. Wir stellten Fridolin seitwärts an einen schmalen Wiesenrand. Dreibrot packte meinen Rucksack voll Bierflaschen, dabei lachte er: Hoffentlich reicht die Marschverpflegung!
Jetzt erst fiel mir auf, dass Dreibrot mit Schlips undim guten Anzug mit einer Schulterriementasche und vorm Bauch zwei Fotoapparate baumelnd, loszog. Jedoch ich marschierte wie immer, wie es sich für einen richtigen Orchideenfan gehört mit Lederhoseund aufgekrempelten Hemdärmeln. Hinter einer Kurve sahen wir die Bescherung. Über die Hälfte der Straßenbreite war der Asphalt abwärts gerutscht.
Wieder unkte Dreibrot: "Wenn es hier schon die Strasse verhagelt hat, wie muss das Unwetter bei den Orchideen gewütet haben!

 

Text Unsere

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