Andrea Wittmann

PKV oder GKV

Wechsel PKV Voraussetzungen

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung, die ausschließlich auf dem Solidaritätsprinzip fußt, richten sich die Beiträge in der privaten Krankenversicherung nach den für den Versicherten relevanten Risikofaktore, wie dem Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand beim Eintritt in die Versicherung, sowie nach dem tariflichen Leistungsumfang. In der privaten Krankenversicherung sind für jeden Versicherten Beiträge zu zahlen, eine Mitversicherung wie in der gesetzlichen Krankenkasse existiert nicht.


Eine private Krankenversicherung wird immer auf die individuellen Bedürfnisse des Versicherten zugeschnitten. Diese Versicherungsform bietet zum einen eine Krankheitskostenvollversicherung an. Diese deckt die Krankheitskosten des Versicherten unter Berücksichtigung einer finanziellen Selbstbeteiligung . Weiterhin gibt es die private Pflegepflichtversicherung. Sie gewährleistet allen privat Versicherten das gleiche Leistungsspektrum wie die gesetzliche Pflegeversicherung. Eine weitere Option ist die selbstständige Teilversicherung. Diese umfasst die stationäre Zusatzversicherung zur Absicherung der Kosten für Mehrleistungen z. B. privatärztliche Behandlung, die ambulante Zusatzversicherung zur Schließung von Lücken in den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, die freiwillige Pflegekrankenversicherung zur Ergänzung der Pflegepflichtversicherung, die Auslandsreisekrankenversicherung und die Restschuldversicherung, welche sicherstellt, dass bei krankheitsbedingtem vermindertem Einkommen, die Zahlungsverpflichtungen eingehalten werden können. Weitere Möglichkeiten sind die Krankentagegeldversicherung (Verdienstausfallversicherung) und die Krankenhaustagegeldversicherung. Ergänzend zu einer gesetzlichen Versicherung, kann man eine  Krankenzusatzversicherung abgeschlossen werden.

Wechsel PKV Voraussetzungen
Wechsel PKV Voraussetzungen

Krankenversicherung Privat oder gesetzlich?

Generell lässt sich sagen, dass private Krankenversicherungen für junge und gesunde Menschen günstiger sind, als die gesetzlichen Krankenkassen. Das liegt daran, dass die privaten Krankenversicherungen die Beitragshöhe vom Alter abhängig machen. Auch die Leistungen sind meistens besser, hängen aber davon ab, welche man wählt. Ein Wechsel von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung ist also in jungen Jahren sehr verlockend, weil niedrige Beiträge gezahlt werden müssen. Allerdings steigen die Beiträge im Alter sehr stark und belasten das zur Verfügung stehende Budget in der Regel erheblich. Eine Rückkehr in die – nun relativ gesehen - günstige, gesetzliche Krankenkasse ist, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht möglich. Das Abrechnungssystem der privaten Krankenversicherungen ist etwas aufwendiger: Patienten müssen in Vorleistung gehen, also Arztrechnungen selbst begleichen und diese dann bei ihrer Kasse einreichen, die sie vor einer Erstattung prüft. Außerdem können in der gesetzlichen Krankenversicherung Familienmitglieder mitversichert werden, in der privaten ist dies ausgeschlossen. Man sieht also, finanziell gesehen, ist es auf den ersten Blick günstiger in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert zu sein. Den gravierenden Unterschied macht aber die Behandlung bei den Ärzten aus. Jeder Versicherte, der in der PKV ist, braucht erfahrungsgemäß nicht lange auf einen Termin zu warten. In vielen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass Privatpatienten sogar sofort drangenommen wurden und der gesetzlich Versicherte musste sich Wochen, teilweise sogar bei Fachärzten Monate gedulden, bevor sie einen Termin bekamen. Und selbstverständlich ist die Behandlung, vor allen Dingen auch im Krankenhaus, viel angenehmer, sei es, dass der Chefarzt selbst kommt oder durch eine bessere Zimmerausstattung.

Günstig und besser?

Wie funktioniert das?

Jetzt stellst sich mancher vielleicht die Frage, ja warum können denn die privaten Krankenkassen ihre vergleichsweise günstigen Leistungen auf diese Weise anbieten? Darauf gibt es eine Antwort: Private Krankversicherungen prüfen beitrittswillige Personen vor der Aufnahme sehr genau auf Risiken und weisen chronisch Kranke, die hohe Kosten verursachen, in der Regel ab. Wer der Versicherung bei den Aufnahmeformalitäten eine Krankheit verschweigt, muss damit rechnen, dass die Versicherung Kosten nicht übernimmt und dem Kunden wegen „vorvertraglicher Anzeigenpflichtverletzung“ kündigt.
In der privaten Krankenversicherung ist jedes Mitglied einer Familie beitragspflichtig. Für kinderreiche Familien addieren sich die Beiträge rasch zu sehr beträchtlichen Summe. Je nach den Leistungen bieten die Privaten auf lange Sicht aber auch ein erhebliches Einsparpotenzial, z. B. weil sie mehr an zahnärztlichen Leistungen zurückzahlen und die Kosten alternativer Behandlungsmethoden – etwa beim Homöopathen oder Heilpraktiker – wenigstens teilweise übernehmen.

Preisunterschiede Vergleichen

Wer jedoch jung, gesund und ledig ist, sollte prüfen, wieviel Einsparpotential ihm eine PKV bietet. In jedem Fall ist ein unabhängiger Private Krankenversicherung Vergleich von Vorteil, da die Anbieter sich bei Leistungen und Preis erheblich unterscheiden können.