Zeulenroda: Me(h)r erleben




Platz #21 in Reisen, #111 insgesamt
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Lange mussten die Zeulenrodaer darauf warten: Seit August 2012 dürfen sie wieder in die Fluten des Zeulenrodaer‘ Meers springen, denn die Talsperre gehörte mehr als 20 Jahre lang gemeinsam mit der Weidatalsperre zum Trinkwassertalsperrennetz Thüringer Schiefergebirge. Erst der Bau der Talsperre Leibis machte den Weg frei für die touristische Wiedererschließung der Talsperre Zeulenroda.
Über ihr thront die „Stadt auf der Höhe“, die einst auch als Weltzentrale der Gummi-Strickerei bekannt war. Auch heute noch hat Zeulenroda einiges zu bieten. Waikiki, Tiergehege Rabensleite oder das Städtische Museum sind nur ein paar der wahllos herausgepickten potentiellen Anlaufziele. Neben dem klassizistischen Gebäude der Dreieinigkeitskirche ist das Zeulenrodaer Rathaus mit das markanteste Gebäude der Stadt. Es geht auf die Pläne von Christian Heinrich Schopper zurück. Erst in den 1990er Jahren wurde das Rathaus vom Bauerfeind-Turm (am Stadtrand nach Weißendorf und Triebes) überragt. Bei der neugebauten Zentrale handelt es sich um den einzigen Hochhausneubau nach der Wende in Ostthüringen. Die Bauerfeind AG ist ein Hersteller von medizinischen Hilfsmitteln und trägt den Namen Zeulenrodas als offizieller Sponsor des deutschen Olympia-Teams weit über die Landesgrenzen hinaus in alle Welt. Sportliches Engagement ist ein fester Bestandteil der Stadt. Jedes Jahr findet das Zeulenroda Meeting statt. Hier misst sich durchaus die nationale Sportelite in der Leichtathletik. Aber auch die Internationale Radrundfahrt der Frauen macht regelmäßig Station in der mittlerweile zur Doppelstadt fusionierten Stadt Zeulenroda Triebes.

Rund um die Talsperre Zeulenroda grenzen weitere Gemeinden an. Zu nennen wären hier Kleinwolschendorf, Pahren, Zadelsdorf, Stelzendorf, Silberfeld und Weißendorf. Die Anrainer erhoffen sich von der Freigabe des Gewässers für die Freizeitnutzung einen Schub für den sanften Tourismus in der Region. Neben dem Badebetrieb möchte man auch wieder den Segelsport etablieren. Rund um die Talsperre gibt es viele gut ausgebaute und zertifizierte Wanderwege. Nordic Walking Freunde kommen auf dem DSV Nordic Walking Park „Thüringer Vogtland“ voll auf ihre Kosten. Vier unterschiedlich schwere Strecken führen hinab in das Weidatal. Ausgangs- und Endpunkt der Routen ist jeweils das Bio-Seehotel Zeulenroda. Doch auch andere Hotels locken in der Region mit einer gut bürgerlichen Küche die Gäste. Durch die gute Verkehrsanbindung in Richtung Autobahnen bietet sich Zeulenroda als Ausgangspunkt für allerlei Entdeckungstouren an.

Jena, Erfurt, Weimar und Eisenach aber auch Nürnberg, Würzburg oder Leipzig und Dresden sind in weniger als 3 Stunden Fahrtzeit mit dem Auto erreichbar. Wer in der näheren Umgebung bleiben möchte, dem wird bei dem großen Angebot die Wahl nicht leicht gemacht. Man kann beispielsweise eine Tour über das Bauernmuseum Nitschareuth (Gemeinde Langenwetzendorf) zum Deutschen Agrarmuseum in Blankenhain machen. Wenn man hierbei über Neumühle, Waltersdorf und Seelingstädt fährt, bekommt man zum einen einen Eindruck vom schönen Elstertal aber man hat auch herrliche Rundblicke über das Vogtland. Wer nach dem Agrarmuseum und der alten Schlossanlage immer noch nicht genug hat, fährt weiter bis zur Neuen Landschaft Ronneburg. Das ehemalige Wismutgelände wurde für die Buga 2008 aufwändig saniert und beherbergt die Drachenschwanzbrücke. Sie gehört neben der Göltzschtalbrücke, der Elstertalbrücke, dem Viadukt in Weida sowie der überdachten Brücke in Wünschendorf mit zu Brücken-Wahrzeichen des Vogtlandes. Der Rückweg von dieser Tour könnte über die Otto-Dix-Stadt Gera sowie Weida führen. Hier sieht man gleich noch das Wahrzeichen des Thüringer Vogtlandes – die Osterburg.
Ein weiterer Programmpunkt sollte Greiz sein. Die Kreisstadt trägt den Zusatznamen „Perle des Vogtlandes“. Hier findet man nicht nur das Obere und Untere Schloss. Der Greizer Park mit dem Sommerpalais lädt zu einem kleinen Spaziergang entlang der Weißen Elster ein. Wer einmal herzhaft lachen möchte, der sollte unbedingt einen Abstecher ins Satiricum machen, das im neu restaurierten Sommerpalais untergekommen ist. Von Greiz aus ist es nicht sehr weit bis Zwickau. Zwickau war einst Bergbaustadt, ist aber auch als Automobil- und Robert-Schumann-Stadt bekannt. Das August Horch Museum erinnert an die automobilen Traditionen in Zwickau. Viele Jahre lang wurde hier der Trabant, das wohl bekannteste Fahrzeug in der ehemaligen DDR, gefertigt. Kleine Besucher werden wohl nicht am berühmten Puppentheater vorbeikommen, ohne den Geschichten mit großen Augen aufmerksam zu lauschen.




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