André Nagy

Finanzen & Versicherungen

Bargeld in der Schweiz verliert an Bedeutung: Was bedeutet das für Verbraucher?

Die Bedeutung von Bargeld hat in der Schweiz innerhalb der letzten fünf Jahre rapide abgenommen. 2017 wurden noch 70 Prozent aller Transaktionen in der Schweiz mit Bargeld bezahlt, im Jahr 2020 waren es schon nur noch 43 Prozent und 2021 dann 32 Prozent – die Tendenz ist weiterhin sinkend.


Die Schweizerische Nationalbank stellt fest, dass mit Bargeld fast nur noch Beträge bezahlt werden, die kleiner als 20 Franken sind. Die Anhebung der Bezahlgrenze ohne PIN-Eingabe von 40 auf 80 Franken (bei Postfinance sogar auf 100 Franken) hat das bargeldlose Bezahlen noch attraktiver gemacht.
 

Bargeldloses Bezahlen ist in vielen Bereichen relevant

Die Ausnahmesituation seit März 2020 hat zu dieser Beschleunigung der Entwicklung beigetragen, doch auch schon in den Vorjahren hat sich angedeutet, dass Bargeld immer weniger relevant ist. Schließlich ist mittlerweile nicht nur das Bezahlen per Karte normal, sondern auch das digitale Bezahlen im Netz wird immer alltäglicher.


In fast allen Online-Shops kann mit verschiedenen Online-Bezahldienstleistern bezahlt werden und die Angebote reichen in den meisten Fällen über Kreditkartenzahlung und Sofortüberweisung hinaus. Auch andere Online-Angebote wie zum Beispiel im iGaming-Bereich funktionieren ausschließlich über digitales Bezahlen.
 

Das bargeldlose Bezahlen muss sicher sein

Wer regelmäßig in Online Casinos spielt, wird wissen, dass in einigen mittlerweile sogar mit Kryptowährungen bezahlt werden kann. Um ein gutes Casino zu finden, ist daher nicht nur das Spieleangebot relevant, sondern auch die sicheren Bezahlmöglichkeiten spielen bei Online Casino Tests in der Schweiz eine Rolle – schließlich wollen Nutzer ihr Geld sicher und ihre Daten geschützt wissen. In der Schweiz bieten einige Casino-Anbieter das Bezahlen mit der Bezahl-App TWINT an, die auch insgesamt die meistgenutzte Bezahl-App in der Schweiz ist.
Auf den meisten Smartphones findet sich aber nicht nur TWINT, sondern auch die üblichen Bezahldienstleister werden gerne und häufig verwendet. Dazu zählen:


● PayPal
● Google Pay
● Apple Pay

 

Nur in der Schweiz und in Liechtenstein wird getwintet

Unter den Transaktionen, die mit dem Smartphone durchgeführt werden, sind es 52 Prozent, die über TWINT abgewickelt werden. Die App wird nur in der Schweiz und Liechtenstein eingesetzt, was regulatorische Gründe hat und ist daher in Deutschland weder bekannt noch verbreitet. In der Schweiz hat sich sogar ein eigener Begriff dafür etabliert, wenn Geld via Smartphone überwiesen wird: Twinten.

Bildquelle: Pixabay

Welche Vorteile hat das bargeldlose Bezahlen?

Die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens liegen auf der Hand:
● Es ist bequem und geht schnell. Einfach nur das Smartphone oder die Karte an das Bezahlterminal halten und fertig.
● Die Sorge zu wenig Bargeld dabei zu haben, entfällt. Es kann immer und überall bezahlt werden, solange das Handy oder die Karte in der Tasche sind.
● Viele Bezahldienstleister ermöglichen es, dass zum Beispiel Rechnungen unter Freunden leicht geteilt werden können.
● Monatliche Abrechnungen der Bezahldienstleister und ein regelmäßiges Überprüfen des eigenen Kontostandes machen es leicht, den Überblick zu behalten.
● Das unsichere Gefühl, das sich beim Herumtragen von zu viel Bargeld einschleichen kann, entfällt.
● Wer mit dem Smartphone bezahlt, muss sich nicht mal mehr eine zusätzliche PIN merken. Die Freigabe des Geräts erfolgt über den üblichen Sicherheitsmechanismus des Smartphones.

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Was sind die Nachteile am Bezahlen ohne Bargeld

Doch es gibt auch kritische Punkte bei bargeldlosen Zahlungen:
● Es gibt keine Anonymität, jede Transaktion wird verbucht und ist eindeutig zuzuordnen.
● Elektronische Systeme sind anfällig für Hacks und Datenklau.
● Das bargeldlose Bezahlen kann für den Kunden mit Gebühren verbunden sein.
● Ausgaben werden weniger visualisiert und sind abstrakter – für Menschen, die Schwierigkeiten haben mit Geld umzugehen, kann es schnell unübersichtlich werden.
● Beim Bezahlen über das Smartphone muss eine Mobilfunkverbindung bestehen.
 

Was bringt die Zukunft für das Bargeld?

Verbraucher müssen nicht damit rechnen, dass sie in den nächsten Jahren nicht mehr mit Bargeld bezahlen können oder ihre vorhandenen Bestände wertlos werden. Schließlich verfügen auch immer noch 97 Prozent der Schweizer über Bargeld, auch wenn sie es seltener einsetzen.

Der Durchschnittsschweizer hatte 2021 im Schnitt 50 Franken im Portemonnaie und bezieht monatlich Bargeld im Wert von 100 Franken. Das sind 29 % weniger im Portemonnaie als 2020 und 33 Prozent weniger Abhebesumme als im Vorjahr. Somit zeigt sich – Bargeld ist nach wie vor ein Thema und wird es auch noch bleiben, aber der Trend ist eindeutig: Das Bezahlen mit Münzen und Scheinen wird immer weniger.